Was wirklich zählt: Sprachsensible Unterrichtsgestaltung im Mathematikunterricht

Mehrsprachige und einsprachige Kinder und Jugendliche mit geringer Sprachkompetenz haben nicht nur in Testsituationen, sondern auch in mathematischen Lernsituationen Schwierigkeiten. Im Sinne des offensiven Umgangs mit sprachlichen Defiziten geht es um die gezielte Erweiterung des Sprachschatzes der Lernenden. Diese Erweiterung bezieht sich auf die drei Phasen des Unterrichts: Erarbeiten, Systematisieren und Üben. Insbesondere das Üben bietet mit speziellen Übungsformen das Potenzial, Sprache auf allen Niveaus zu fördern. Zusätzlich ist eine sprachförderliche und -sensible Gesprächsführung von Bedeutung, die durch Impulse seitens der Lehrkraft im Rahmen des Mikro-Scaffoldings Sprachhandlungen der Lernenden einfordert. Textaufgaben sind unverzichtbarer Bestandteil sinnstiftenden Unterrichts. Diese stellen viele Lernende vor Probleme, insbesondere Neuzugewanderte mit nur geringen Vokabel- und Grammatikkenntnissen. Diese Hürden zu identifizieren und umgehen zu können ist wichtig, um Lernenden einen ersten Zugang zu Textaufgaben zu ermöglichen. Allerdings muss auch die Lesefähigkeit der Lernenden gefördert werden. Da allgemeine Lesestrategien im Mathematikunterricht nur bedingt funktionieren, müssen fachspezifische Strategien entwickelt werden.